Mit Gondeln die höchsten Berge erklimmen, steile Abfahrten gekonnt meistern und auf frisch präparierten Pisten seine Spuren hinterlassen – welch herrliche Vorstellung für alle Skifahrer. Mit einigen Erfahrenen dieser Sorte und ganz vielen mutigen und motivierten Skineulingen machten wir uns daher am 12.03.2019 auf den Weg nach Radfeld in Tirol, um das neue Projekt „Skikurs auf freiwilliger Basis“ einzuläuten.

Das „WIR“ bestand dabei aus einer buntgemischten Truppe aus 7.- und 8.-Klässlern des gesamten BSZ II, eine gute Möglichkeit also, als Schule näher zusammenzurücken.

Die Busfahrt war trotz der angespannten Verkehrslage kurzweilig und bot bereits die ersten Gelegenheiten, sich etwas näher kennenzulernen. In Radfeld angekommen konnte sich die Truppe gleich von den hervorragenden Kochkünsten der Chefin unserer Unterkunft überzeugen und für die nächsten doch recht anstrengenden Tage stärken. Bei einem kurzen Abstecher zum Skiverleih wurden unsere Skineulinge noch mit bestem Equipment ausgestattet, um das Abenteuer „Skilager“ am nächsten Tag zu beginnen.

Das Wetter zeigte sich zunächst noch etwas missmutig. Regen beim Frühstück – so hatten wir uns den ersten Skitag eigentlich nicht vorgestellt. Doch Petrus hatte ein Einsehen und wir konnten trockenen Fußes in unsere Skistiefel steigen. Für einige war dies allerdings schon die erste große Herausforderung des Tages. Welcher Schuh gehört denn nun an den rechten Fuß? Wie sollen meine Füße denn da nur reinpassen? Und: Wieso drückt denn der Schneefang und meine Skiunterhose so schrecklich im Stiefel? Gut, dass die alten Skihaserl inklusive des Lehrerteams mit Rat und Tat zur Seite standen und diese Startschwierigkeiten lösen konnten.

Während die Profis und Halbprofis gleich am Vormittag noch das Skigebiet erkundeten, machten sich die Anfänger mit dem Material vertraut und erlangten ein Gefühl für die Bretter, die für sie zukünftig vielleicht einmal die Welt bedeuten. Gehen mit Ski und Stöcken, das Aufstehen nach dem ersten kleinen Sturz und vorsichtige Rutschversuche unternehmen – kein leichtes Unterfangen, wenn man zum ersten Mal auf Skiern steht. Doch: Wo ein Wille, da auch ein Weg! Und so arbeiteten sich die Gruppen eifrig bis zur ersten Liftfahrt vor. Stolz konnte abschließend am ersten Tag behauptet werden: erste Abfahrt auf einer Piste – check.

Am Abend stärkten sich die Skifahrer zunächst mit einem leckeren Essen ehe dank Herrn Selmers Einsatz und IT-Kniffe das Bayern-Spiel beim Public Viewing verfolgt werden konnte. Für alle, die davon weniger beeindruckt waren, stand eine prallgefüllte Tasche mit Spielen zur Verfügung, die nach Lust und Laune durchprobiert werden konnte.

Am zweiten Skitag machte sich bereits Routine bemerkbar. Neueinsteiger und Könner schlüpften in ihre Skier und genossen eine herrliche Gondelfahrt hinauf auf 1850 m. Die Fortgeschrittenen freuten sich darauf, mit ihren Lehrern die Pisten unsicher zu machen. Die Anfänger feilten weiter an ihrer Technik und erzielten dank kleinen, homogenen Gruppen rasche Lernerfolge, sodass am Nachmittag bereits steilere Abfahrten sturzfrei gemeistert werden konnten.

Am Abend ließ man den Skitag bei einem Spieleabend und leckeren Eisbechern, die dank der Unterstützung von Frau Raimund hervorragend aussahen, gemütlich ausklingen. Die Vorfreude auf ein kuscheliges Bett und eine erholsame Nacht war einigen ausgepowerten Skifahrern deutlich anzumerken. Frische Bergluft und sportliche Betätigung zehrten an den Kräften und die Akkus für den nächsten Tag wollten geladen werden – nicht nur von den Handys.

Der letzte Skitag lehrte uns in aller Deutlichkeit, dass Skifahren eine Winter-Sportart ist. Starker Schneefall und eisiger Wind – eine Wetterlage, die wir bayerische Nordlichter nicht mehr so oft zu spüren bekommen. Dennoch trotzte die Skitruppe den Witterungen ohne zu murren und nutzte den letzten Skitag bis zur Mittagspause aus. Der aufgeheizte Wärmeraum und eine gute Brotzeit lies den Körper und eingefrorene Haarsträhnen schnell wieder auftauen, doch nach kurzer Teambesprechung stand fest: Es ist wohl leider vernünftiger, den Skitag an dieser Stelle abzubrechen. Da allerdings noch einige Vorbereitungen für den bunten Abend getroffen werden mussten, kam diese Programmänderung einigen Gruppen ganz recht und so machten sie sich am Nachmittag an die Planungen und Proben für den großen Auftritt.

Am Abend zeigte sich, dass sich die Bemühungen gelohnt hatten. Die Schülerinnen und Schüler stellten ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm auf die Beine. Vom Gedicht, über die persönlichen Skikurs-Highlights bis zu einem Song-Rate-Quiz reichte die Bandbreite an Ideen. Besonders schön zu sehen war, wie sich die Schülerinnen und Schüler der beiden Schulstandorte vermischten und neue Freundschaften geknüpft wurden.

Leicht übermüdet traten einige die Heimreise an, die planmäßig und angenehm verlief. Als bei der Verabschiedung am ersten Busstop in Weiden die ein oder andere Träne verdrückt werden musste, wurde klar, dass diese Skifahrt vielen nicht nur ein neues Hobby, sondern auch neue Freundschaften ermöglichte und das BSZ II noch näher zusammenschweißte.

Katja Alkofer, StRin